Wohnungsübergabe: So vermeiden Sie teure Nachforderungen
Sie haben drei Tage lang geputzt, die Wohnung sieht blitzsauber aus – und dann das: Der Vermieter behält 800 € Kaution ein. Begründung: „Nicht besenrein."
Was viele Mieter in Salzburg, Wien und Graz nicht wissen: Der Begriff „besenrein" ist juristisch nicht eindeutig definiert. Das gibt Vermietern Spielraum, Nachforderungen zu stellen – selbst wenn Sie stundenlang geputzt haben. Hier sind die 7 Bereiche, die bei Wohnungsübergaben am häufigsten beanstandet werden, und wie Sie jeden einzelnen sauber abschließen.
1. Küchenzeile: Der Fettfilm-Test
Die Küche ist der Bereich, in dem die meisten Nachforderungen entstehen. Vermieter fahren mit dem Finger über die Oberflächen und prüfen gezielt auf Fettfilm – besonders an Stellen, die beim normalen Putzen übersehen werden.
Typische Problemstellen:
- Dunstabzugshaube: Filter und Gehäuse sind nach Jahren Kochfett verkrustet. Einweichen in heißem Wasser mit Spülmittel (mind. 30 Minuten) löst den Großteil.
- Rückwand hinter dem Herd: Hier spritzt Fett hin, das man im Alltag nicht sieht. Entfetter aufsprühen, 10 Minuten einwirken lassen, mit Mikrofasertuch abwischen.
- Oberschränke oben: Auf der Oberseite der Hängeschränke sammelt sich eine klebrige Fett-Staub-Schicht. Am besten mit Küchenpapier und Allzweckreiniger vorarbeiten.
Unser Tipp: Fahren Sie nach dem Reinigen mit einem weißen Tuch über alle Küchenoberflächen. Bleibt ein gelblicher Film sichtbar, reicht die Reinigung noch nicht.
2. Badezimmer: Kalk und Silikonfugen
Das Bad ist die zweithäufigste Streitquelle. Kalkflecken auf Armaturen und Glasduschwänden fallen sofort auf – aber der eigentliche Kostenpunkt sind die Silikonfugen.
Braune oder schwarze Silikonfugen in der Dusche oder Badewanne gelten als mangelhaft. Vermieter lassen diese erneuern und stellen die Kosten in Rechnung: 150 bis 300 € pro Bad, je nach Umfang.
Was Sie tun können:
- Kalk entfernen: Zitronensäure-Lösung (ca. 2 EL auf 500 ml Wasser) auf Armaturen und Fliesen auftragen, 15 Minuten einwirken lassen, abspülen.
- Fugen aufhellen: Backpulver mit wenig Wasser zu einer Paste mischen, auf dunkle Fugen auftragen, mit einer alten Zahnbürste einarbeiten.
- Abflüsse reinigen: Haare und Seifenreste aus allen Abflüssen entfernen. Das vergessen viele – und es fällt beim Übergabeprotokoll auf.
Wenn die Silikonfugen bereits schwarz verfärbt sind und sich nicht mehr reinigen lassen, lassen Sie diese vor der Übergabe erneuern. Das kostet weniger als die Nachforderung.
3. Fenster außen: Der blinde Fleck
Rund 90 % der Mieter putzen vor der Übergabe nur die Innenseite der Fenster. Die Außenseite wird komplett vergessen – oder bewusst ignoriert, weil sie schwer erreichbar ist.
Vermieter prüfen das. Gerade in der Nähe von Bergen oder stark befahrenen Straßen verschmutzen Außenfenster schneller als gedacht. In oberen Stockwerken helfen Fenstersauger mit Teleskopstange oder ein Abzieher mit langem Stiel.
Nicht vergessen: Auch die Fensterrahmen und Fensterbänke (innen und außen) gehören dazu. Schmutzränder in den Ecken der Fensterrahmen fallen bei der Übergabe sofort auf.
4. Böden: Fußleisten und Ecken
Die Böden selbst sind selten das Problem – die meisten Mieter wischen und saugen gründlich. Wo es hakt: Fußleisten, Ecken und Übergänge.
Staubmäuse hinter Türen, Schmutzränder entlang der Fußleisten, Staub in den Ecken – das reicht einem kritischen Vermieter, um „nicht besenrein" ins Protokoll zu schreiben. In einer 3-Zimmer-Wohnung summiert sich die Fußleisten-Länge auf 40 bis 60 Laufmeter. Das dauert, lohnt sich aber.
So gehen Sie vor:
- Fußleisten mit einem feuchten Tuch abwischen – nicht nur absaugen.
- Alle Ecken und Nischen hinter Türen kontrollieren.
- Bei Laminat oder Parkett: Keine Pfützen stehen lassen. Nebelfeucht wischen genügt.
5. Abstellräume: Keller, Dachboden, Balkon
Der Klassiker: Die Wohnung glänzt, aber im Keller steht noch der alte Schuhschrank, auf dem Dachboden lagern drei Kartons und der Balkon hat Blumenerde-Reste in den Ecken.
Vermieter prüfen alle Räume, die im Mietvertrag stehen. Kellerabteile müssen leer und ausgefegt sein. Balkone und Terrassen gehören ebenfalls dazu – inklusive Abflussrinne.
Checkliste Nebenräume:
- Kellerabteil: Komplett leer, Boden gefegt, Spinnweben entfernt
- Dachboden/Speicher: Alle persönlichen Gegenstände entfernt
- Balkon/Terrasse: Blumenerde, Töpfe, Halterungen entfernt; Boden gereinigt
- Garagenstellplatz: Falls vorhanden – Ölflecken entfernt, Platz leer
6. Innentüren und Einbauschränke
Türblätter, Türrahmen und Lichtschalter sammeln über die Jahre Fingerabdrücke und Schmutzschichten. Ein feuchtes Tuch mit etwas Allzweckreiniger reicht hier meistens. Achten Sie besonders auf die Oberkante der Türen – dort setzt sich Staub ab, den man im Alltag nicht sieht.
Bei Einbauschränken gilt: Alle Fächer auswischen, auch die obersten. In Garderoben die Kleiderstange und Haken abwischen. Prüfen Sie die Innenseite der Schranktüren auf Aufkleber-Reste – diese lassen sich mit etwas Speiseöl und einem Schaber entfernen.
7. Heizkörper und Lüftungsgitter
Zwischen den Lamellen von Heizkörpern sammelt sich über die Mietdauer eine dicke Staubschicht. Eine Heizkörperbürste (ab 5 € im Baumarkt) macht den Unterschied. Lüftungsgitter in Bad und Küche abschrauben, unter fließendem Wasser reinigen und wieder montieren.
Vermieter achten besonders auf diesen Punkt, weil verschmutzte Heizkörper und Lüftungen die Energieeffizienz beeinträchtigen und bei der nächsten Vermietung Beschwerden verursachen.
Praxisbeispiel: Wohnungsübergabe in Wien-Floridsdorf
Eine Kundin in Wien-Floridsdorf hatte ihre 65-m²-Wohnung selbst gereinigt und fühlte sich gut vorbereitet. Bei der Übergabe beanstandete der Vermieter vier Punkte:
- Fettfilm an der Küchenrückwand und Dunstabzugshaube
- Kalkablagerungen an den Armaturen im Bad
- Außenfenster nicht geputzt
- Kellerabteil staubig und nicht ausgefegt
Die Nachforderung: 650 € – ein großer Teil ihrer Kaution. Die Kundin beauftragte uns mit einer gezielten Nachreinigung. Unser Aufwand: 280 € für 4 Stunden Arbeit. Ergebnis: Zweite Begehung bestanden, volle Kaution zurück, 370 € gespart gegenüber der Nachforderung.
Häufige Fragen zur Wohnungsübergabe
Muss ich eine professionelle Reinigung beauftragen?
Nein, es gibt keine gesetzliche Pflicht zur professionellen Endreinigung. Aber: Wenn Ihr Vermieter kritisch ist, kostet eine Endreinigung vom Fachbetrieb (ab 200 € für eine 2-Zimmer-Wohnung) deutlich weniger als eine Kautionskürzung. Wir empfehlen: Reinigen Sie selbst so gründlich wie möglich. Für die Bereiche, die Sie nicht schaffen – Außenfenster, Küchenfett, hartnäckigen Kalk – holen Sie sich Unterstützung.
Was ist mit normalen Gebrauchsspuren?
Normale Abnutzung geht zu Lasten des Vermieters. Kleine Kratzer im Parkett, leichte Verfärbungen an Wänden durch Bilder, abgewetzte Türschwellen – das sind Gebrauchsspuren und kein Reinigungsmangel. Schäden wie Brandlöcher im Teppich, zerbrochene Fliesen oder Schimmel durch falsches Lüften sind dagegen Mietersache.
Wie lange vor der Übergabe sollte ich reinigen?
Maximal 2 bis 3 Tage vorher. Wer zwei Wochen vor der Übergabe reinigt und dann noch ein- und ausräumt, macht sich die Arbeit doppelt. Am besten: Zuerst alles ausräumen, dann am vorletzten Tag reinigen, am letzten Tag nur noch kontrollieren.
Brauche ich ein Übergabeprotokoll?
Unbedingt. Halten Sie den Zustand der Wohnung bei der Übergabe schriftlich fest – am besten mit Fotos. Beide Seiten unterschreiben. Ohne Protokoll kann der Vermieter im Nachhinein Mängel behaupten, die bei der Übergabe nicht existierten.
Übergabe in 3 Tagen? Kein Problem.
Wir reinigen Ihre Wohnung besenrein zum Fixpreis – inklusive Außenfenster, Küche und Bad. Keine versteckten Kosten, keine bösen Überraschungen beim Übergabetermin. Schreiben Sie uns – wir melden uns noch heute.